Motorradfahren mit Herz und Verstand

Fahren in der Gruppe

Die meisten Bikerinnen und Biker kennen die allgemeinen Regeln für das Fahren in der Gruppe, jedoch kann es manchmal ganz hilfreich sein, sich das ein oder andere nochmal zu vergegenwärtigen.

Diese Tourenregeln dienen vor allem der Sicherheit aller Teilnehmer und tragen Sorge dafür, dass die Tour für alle (egal ob Anfängerin/Anfänger oder Fortgeschrittene/Fortgeschrittener) stressfrei gefahren werden kann.

Rechne beim Fahren immer den den Fehlern anderer und wähle deine Geschwindigkeit und den Abstand entsprechend! Um eine unfaire Fahrweise zu vermeiden, sollte sich jeder Teilnehmer vor einer Tour die folgenden Regeln vergegenwärtigen:

Pünktlich und mit vollem Tank

Alle Teilnehmer erscheinen pünktlich und vollgetankt (die Maschine, nicht der Fahrer!) am vereinbarten Treffpunkt. Vor Beginn der Tour informiert der TourGuide die Mitfahrer über die ungefähre Route und eventuell bekannte Gefahrenstellen.

Der TourGuide teil die Gruppe in erfahrene und unerfahrene Fahrerinnen und Fahrer ein, wobei die/derjenige mit der schwächsten Maschine und/oder der geringsten Erfahrung direkt hinter dem TourGuide fährt! Diese Reihenfolge ist die gesamte Tour über einzuhalten. Innerhalb der Gruppe gilt Überholverbot !

Den Abschluss bildet eine Fahrerin / ein Fahrer, der die Strecke oder nach Möglichkeit zumindest die Zwischenstopps kennt und die Gruppe im Falle einer Trennung auch alleine weiter bis zum nächsten Rastpunkt führen kann.


Für den TourGuide gilt:

Überhol- und Beschleunigungsmanöver erst einleiten, wenn die gesamte Gruppe beisammen ist! An der Spitze der Gruppe sollte generell zurückhaltender gefahren werden.

Der TourGuide merkt sich den letzen Fahrer / die letzte Fahrerin in der Gruppe, um diese mit einem Blick in den Rückspiegel auf Vollständigkeit überprüfen zu können. Hierzu kann bei größeren Gruppen der Einsatz einer Warnweste extrem hilfreich sein.

An Halte- oder Rastpunkten plant der TourGuide ausreichend Platz für alle Teilnehmer mit ein, idealer Weise so, dass alle in der Gruppenreihenfolge anhalten können.

Tankstopps und Pausen werden in ausreichender Form bei der Tourvorbereitung eingeplant und vor Tourstart bekannt gegeben.


Für die Teilnehmer gilt:

Jeder ist für seinen Hintermann verantwortlich! Ganz wichtig: Notfalls sogar anhalten, dabei jedoch die anderen Verkehrsteilnehmer nicht behindern. Solltest du feststellen, dass dein Hintermann wesentlich langsamer wird oder stoppt, so lasse ihn nicht aus dem Spiegel verschwinden, sondern halte selbst an und mache deinen Vordermann ggf. mit Lichthupe und/oder Signalhorn auf die Situation aufmerksam. Auch sie/er sollte dann stoppen und ebenfalls seinen Vordermann durch Lichthupe und/oder Signalhorn aufmerksam machen. Dies pflanzt sich bis zur Gruppenspitze fort, damit auch der TourGuide mitbekommt, dass ein Gruppenmitglied Probleme hat.

Nur und ausschließlich der TourGuide dreht dann ggf. um, um nach dem Rechten zu sehen. Der Rest der Gruppe wartet!


Handzeichen für Gruppenfahrten


   
Linke Hand nach oben.





Die ausgestreckte Hand mit Zeigefinger deutet auf das Hindernis (auch rechts möglich).





Mit der linken Hand auf den Tank zeigen.





Linke Hand ausgestreckt heben und senken.





Linke Hand nach oben, Zeigefinger gestreckt.





Linke Hand, kleiner und Zeigefinger sind erhoben.





Linke Hand abwechselnd zur Faust ballen und wieder öffnen.





Rechte Hand Ober- und Unterarm abwechselnd anwinkeln und ganz ausstrecken.





Linke Hand Richtung Mund / Helmvisier.





Mit der linken Hand Gas-Drehbewegungen machen.





Mit der linken Hand nach vorne winken.





Die linke Hand flach auf den Helm legen.



Die versetzte Fahrweise bei Gruppenfahrten:

  Auf geraden Streckenabschnitten wird innerhalb der Gruppe versetzt gefahren. Der TourGuide fährt mittig / links und der nächste rechts versetzt von ihm und so weiter. Bei Stopps / im Stau etc. hält die Gruppe in Zweierreihe an.

Ganz wichtig: Bei der versetzten Fahrweise niemals zu dicht an den versetzt fahrenden Vordermann aufschließen oder gar auf gleicher Höhe fahren! Bei einem unvermittelten Brems-Ausweichmanöver habt Ihr keine Chance einen Unfall zu vermeiden! Der notwendige Sicherheitsabstand (5 - 8 Meter, vorn und hinten) ist immer einzuhalten! Die vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten werden eingehalten.

Kleiner Tipp in Sachen "toter Winkel": Achtet auf den Spiegel eures Vordermanns! Wenn ihr sein Visier im Spiegel sehen könnt, so kann auch er euch sehen und ihr seid nicht in seinem toten Winkel!


Dabei jedoch den Abstand zum Vordermann auch nicht zu groß werden lassen, da alle hinterher fahrenden Gruppenmitglieder den Abstand immer wieder einholen müssen und dadurch gezwungen sind, schneller als die Vorausfahrenden zu fahren!

Bei Kurvenstrecken wird die versetzte Fahrweise aufgelöst und jeder fährt auf seiner Sicherheitslinie. Dabei wird an den ausreichenden Abstand zum Vordermann gedacht! Nach einem Kurvenabschnitt wird auf gerader Strecke wieder die versetzte Fahrweise aufgenommen.


Anhalten an Kreuzungen, Brücken, Fähren, Stau etc.


Sollte durch die Verkehrssituation ein Anhalten der Gruppe erforderlich sein, so bildet die Gruppe eine Zweierreihe. Dabei den Abstand zum vorderen Fahrzeug möglichst gering halten, um ein zügiges Anfahren bzw. Überqueren der Kreuzung zu ermöglichen und die Gruppe kurz zu halten.


Sichern vor Kreuzungen

Gerade in großen Gruppen ist der Bedarf da, Kreuzungen so zu sichern, dass die ganze Gruppe in einem Fluss darüber fahren kann. Wichtig ist, dass die Gruppe konzentriert und aufgeschlossen fährt.


    
Der TourGuide bestimmt, wie viele Leute die nächste Kreuzung sichern sollen und zeigt dies mit Handzeichen an.
Er hält dazu zwei oder mehr Finger in die Höhe und signalisiert so den nachfolgenden Fahrern, wie viele Fahrer die Kreuzung / den Kreisel sichern müssen.

Die Kreuzung muss vom ganzen Konvoi so schnell wie möglich überquert werden.




Sichern beim Einbiegen

     
Der TourGuide hält einen Finger in die Höhe und signalisiert so dem nachfolgenden Motorradfahrer, dass er die Strasse sichern muss.

Der Konvoi soll so schnell wie möglich einbiegen .

Lücken schließen

Es kann immer wieder vorkommen, dass vor einem Fahrer eine Lücke entsteht, weil jemand aus dem Konvoi ausgeschert ist. Es ist eine weit verbreitete gefährliche Unart, diese Lücke durch Seitwärtsverschieben wieder zu schließen. Dabei können sich die Teilnehmer gegenseitig 'abschießen'.

Entsteht im Konvoi eine Lücke, dann wird diese nicht seitwärts sondern von hinten nach vorne aufgefüllt. Das heißt, das jeweils hintere Fahrzeug fährt nach vorne in die entstandene Lücke.


Überholen

Innerhalb der Gruppe gilt absolutes Überholverbot! Sollte es notwendig sein, ein anderes Fahrzeug außerhalb der Gruppe zu überholen, so ist jeder Teilnehmer für sein Überholmanöver selbst verantwortlich! Nach Abschluss des Überholmanövers behält der Überholende seine Geschwindigkeit bei, damit für die nachfolgenden Teilnehmer genug Platz zum einscheren ist!

Kann der TourGuide die Straße ausreichend weit einsehen, so kann er nach dem Überholen links bleiben und auch weiterhin links blinken, um den Nachfolgenden zu signalisieren, dass die Straße noch frei ist. Das entbindet die Gruppenmitglieder jedoch nicht von ihrer eigenen Verantwortung für das eigene Überholmanöver!

Sollte die Tourgruppe einmal überholt werden, so wird dem überholenden Fahrzeug ein gefahrloses Einscheren auch innerhalb der Gruppe ermöglicht.


Nicht mitziehen lassen und nicht drängeln!

Jede Fahrerin / jeder Fahrer hat sich an Kreuzungen oder bei Überholmanövern selbst zu vergewissern, dass die Strecke frei ist! Es ist ausgesprochen gefährlich, sich vom Vorausfahrenden mitziehen zu lassen! Auch sollte der Hintermann immer mit einem unvermittelten Bremsmanöver seines Vordermanns rechnen!

Die Reihenfolge der Gruppe wird auch beim Überholen immer eingehalten! Auch, wenn der Vordermann zögert! Keinesfalls drängeln oder das Gruppenmitglied überholen!


Tanken und Pausen

Grundsatz: Tankt einer, tanken alle. Das Gruppenmitglied mit den geringsten Tankintervallen gibt damit die Tankfrequenz vor.

Nutzt die Pause, um dem TourGuide eine Rückmeldung zu Fahrstil und Geschwindigkeit zu geben und sagt auch ruhig, wenn Euch das Tempo zu schnell ist. Der TourGuide sollte sich dieses Feedback zu Herzen nehmen und seinen Fahrstil entsprechend anpassen.


Grundsätzlich gilt:

  •  Seid fair und nehmt Rücksicht auf die anderen.
  •  Rechnet mit den Fehlern anderer und passt euren Fahrstil darauf an.
  •  In einer heterogenen Gruppe (was Fahrerfahrung und -stil betrifft) bestimmt der Schwächste / die Schwächste die Geschwindigkeit.

Natürlich kann jede Gruppe zu gewissen Punkten, wie z.B. Geschwindigkeit etc., vor Abfahrt auch abweichende Vereinbarungen treffen. Dennoch sollten bestimmte Grundsätze der Fairness und Rücksicht dabei nicht außer Acht gelassen werden.

Wichtiger Haftungsausschluss:

Die Beteiligung an unseren Konvoifahrten geschieht auf eigene Gefahr. Jeder Teilnehmer ist für seine Fahrweise, Sicherheitsausstattung, Zustand des Motorrades und Streckenwahl, sowie für alle seine Tätigkeiten während der Motorradtour selbst verantwortlich, auch wenn er dem TourGuide folgt, ihm sind die Risiken, die mit einer Motorradtour/reise verbunden sind, bekannt. Jeder Fahrer verfügt über eine gültige Fahrerlaubnis.

Die Schwalm-Biker haften nicht für Schäden vor, während und nach der Tour. Insbesondere nicht für Schäden an Motorrad und/oder gesundheitlichen Schäden, die durch Unfall, Verlust, Einfluss Dritter und/oder elementare Einflüsse entstanden sind. Die Schwalm-Biker sind in keiner Weise für die persönliche Sicherheit der Teilnehmer und deren Eigentum verantwortlich. Ansprüche Dritter, resultierend aus Schäden der Teilnehmer vor, während und nach der Tour, können bei den Schwalm-Bikern nicht geltend gemacht werden. Eine Haftung ist daher ausgeschlossen.

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