Motorradfahren mit Herz und Verstand

Das richtige Motorrad

Wenn es darum geht, den Reiz und die Faszination des Motorradfahrens zu beschreiben, sind sich alle Biker meist einig. Dennoch kann keine Rede davon sein, die Schar der Motorradfahrer sei ein uniformierter Haufen, denn so verschieden die Erlebniswelten sind, die per Bike erkundet werden, so verschieden sind auch seine Piloten.

Und die Bikes. Da gibt es die Naked Bikes, die ihre Technik gar unverhüllt zur Schau stellen und in der Regel durch pure Alltagstauglichkeit trotzen. Oder chromblitzende Chopper, die das gemütliche Dahintuckern genauso mögen, wie ihre besser kleinwüchsigeren Fahrer. Im vollen Gegensatz dazu die Joghurtbecher, die mit viel Plastik drumherum durch Zauberworte wie Beschleunigung, Geschwindigkeit und Schräglage Rennsportfreunde, wie auch Liebhaber temperamentvoller Fortbewegung in ihren Bann ziehen.

Die hochbeinigen Enduros für Freunde des unbefestigten Untergrunds, sowie die fetten Luxustourer mit Wind- und Wetterschutz, Stereoanlage und viiiiel Platz für Sozius und Sofakissen. Vom technisch einfachen Einzylinder mit Kickstarter für das Abenteuer in unwegsamen Gelände bis zur Reiseenduro mit großvolumigem Viertakter und allem, was die Fahrt bis ans Ende der Welt angenehmer macht – das alles gibt`s auf Stollenreifen und noch eine ganze Menge mehr. Reinrassige Geländemaschinen, Trial-Motorräder, Renn-Replicas, Gespanne aus kleinem, aber feinem Haus, Fun Bikes, Muscle Bikes und Trikes – es gibt für jeden Geschmack und Geldbeutel genügend Auswahl.

ABS

Was beim PKW schon serienmäßig ist, weil die Vorteile bekannt sind, ist wohl im Motorradbereich etwas für Warmduscher, könnte man meinen, denn bis auf BMW bietet kein Hersteller bei so vielen Modellen dieses durchaus sinnvolle System an. Schade, nur wenig Biker wollen`s haben, deshalb wird die ABS-Ausrüstung eher noch abgeschafft (siehe Suzuki Bandit 1200), als serienmäßig angeboten. Manche finden`s unsportlich, zu teuer oder zu schwer (ca. 6 kg!). Andere kennen die Vorteile von ABS gar nicht, haben noch nie eine Vollbremsung mit einem ABS- Motorrad gemacht.

Einsatzzweck

Wer heute ein Motorrad kaufen möchte, sollte sich zunächst über den bevorzugten Einsatzzweck Gedanken machen. Mit Sack, Pack, Zelt und Sozia/us an jedem Wochenende auf Erkundungstour zu gehen, kann auf einem Joghurtbecher schnell zu gemeinsamen Frust oder gar zur Einsamkeit führen. Einen 350 kg schweren „Lastwagen auf 2 Rädern“ täglich durch den Berufsverkehr zu dirigieren ist sicher genauso falsch wie mit einer 125er regelmäßig über die Autobahn von Stuttgart nach München zu pesen.

Natürlich sollte eine Sitzprobe und eine ausgiebige Probefahrt jeder Kaufentscheidung vorausgehen.

Anfänger und Wiedereinsteiger, die länger pausiert haben, sollten eine aufrechte Sitzposition wählen und auf eher leichte Motorräder ohne viel Plastik drumrum setzen. Mit beiden Füßen ganz auf den Boden zu kommen ist für viele das kaufentscheidenste Argument.

Sicher ist dieser Aspekt am Anfang einer Motorradfahrerkarriere wichtig, fühlt man sich doch zumindest beim Anhalten gleich wohler. Dieses Manko kann aber mit der Zeit locker durch die fahrerische Kompetenz ausgeglichen werden.Einsatzzweck

Sitzposition

Die optimale Sitzposition baut sich vom Zentrum aus auf, also über die Bindung zwischen Schritt, Tank und Sitz.

Falls die Sitzposition nur fast paßt, hat man in der Regel einige Verstellmöglichkeiten, die man sich vor dem Wechsel auf ein anderes Modell angucken sollte:

  • Veränderung der Lenkerposition, insbesondere bei Stummellenkern, die teilweise in der Höhe eingestellt werden können.
  •  Einen anderen Lenker-breiter oder mit ausgeprägter oder günstigerer Kröpfung.
  • Die Sitzbank abpolstern, um eine günstigere Sitzhöhe zu erhalten. Aber Vorsicht: die Bänke werden oft zwar niedriger, aber auch breiter, wodurch das Problem verlagert, nicht aber beseitigt wird.
  • Fußrasten ändern, damit der Kniewinkel nicht so spitz ist. Wem die Füße öfters einschlafen oder Schmerzen in den Knien plagen, sollte ernsthaft darüber nachdenken.
  • Bei einigen Modellen gibt es auch die Möglichkeit, die Fahrzeughöhe und damit natürlich die Sitzhöhe per Veränderung der Standrohre, Änderung der Federvorspannung oder durch die Montage eines anderen Umlenkhebels am hinteren Federbein zu reduzieren

Wenn man das Gefühl hat, man säße mittendrin im Motorrad, dann ist es genau richtig. Man sollte keine Spannung aufkommen lassen, den Körper hängen lassen (wie einen Kartoffelsack), die Arme angewinkelt haben, die Hände nur locker auf die Lenkerenden auflegen und die Knie an den Tank anlegen. Wichtig ist das bewußte Ausatmen, das bewußte Entspannen immer wieder während der Fahrt, denn nur ein entspannter Popometer spürt sein Motorrad richtig.


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