Motorradfahren mit Herz und Verstand

Rechtliches

Haftung bei Gruppenfahrten

Wer haftet bei Sturz des Vorausfahrenden?

Bei Motorradtouren mit mehreren Fahrern trifft oft das Problem auf, daß die Fahrkünste der einzelnen Mitfahrer sehr unterschiedlich sind. Es fährt der "Führerscheinfrischling" zusammen mit dem Motorradkurier, der bereits 300.000 km Fahrpraxis hat.
Gefahrensitutationen sind daher manchmal unvermeidbar. Meistens geht es dabei glimpflich ab. In Motorradzeitschriften (Tourenfahrer 6/2002, Seite 56) wird empfohlen Fahranfänger am Anfang der Gruppe fahren zu lassen. Rechtlich gesehen ist dies grober Unfug.
Das OLG Hamm entschied kürzlich folgenden Fall :
Ein Biker fuhr an der Spitze einer Motorradgruppe von 3 Fahrern. Auf einer abschüssigen Landstraße- in einer Haarnadelkurve nach rechts- stürzte er. Der nachfolgende Biker konnte noch ausweichen und kam irgendwie auf der Gegenfahrbahn zum Stehen und mit dem Schrecken davon.
Der Dritte im Bunde war mit seiner nagelneuen Suzuki GSXR 750 wohl ein bißchen zu zügig unterwegs, kriegte die Fuhre, trotz Notbremsung nicht mehr zum Stehen, stürzte und verschrottete so sein eigenes Kraftrad.
Entgegen der Vorinstanz, die dem Suzi-Fahrer noch sagte: "Wer reinfährt ist entweder zu schnell, oder zu nah dran und jedenfalls selber schuld und muß seinen Schaden voll selbst tragen, entschied das OLG Hamm anders und hob das Urteil der Vorinstanz auf.
Die Hammer Richter sagen sinngemäß: Wer in einer scharfen abschüssige Rechtskurve stürzt, und dadurch einen folgenden Biker (hier: Suzi GSXR 750) zu einer gefährlichen Notbremsung zwingt, bei der dieser dann ebenfalls zu Fall kommt, muß 60 % des Schadens des nachfolgenden Fahrers tragen.
40% seines Schadens muß der nachfolgende Suzi-Fahrer aber selbst tragen, weil er zu schnell, mit zu wenig Abstand oder jedenfalls zu unaufmerksam gefahren sei.
Fazit aus rechtlicher Sicht kann daher nur sein: Anfänger oder unsichere Fahrer mit geringer Praxis sollten besser am Ende der Gruppe -aber mit reichlich Abstand zum Vordermann- fahren. Haftung bei Gruppenfahrten

IN - Im Notfall

Rettungskräfte und Polizei wissen häufig nicht, wie sie die Angehörigen eines Unfallopfers erreichen können und welche Personen sie im Notfall informieren sollen. Handy-Nutzer können sie dabei ganz einfach unterstützen.

Wer in seinem Handy unter dem Kürzel "IN" Kontaktpersonen für den Notfall speichert, wie zum Beispiel "IN-Ehepartner" oder "IN-Eltern", erleichtert den Helfern die zeitraubende Suche nach Ansprechpartnern, zumal die meisten Menschen in Deutschland keine entsprechenden Papiere bei sich tragen, ein Handy jedoch meist in der Tasche haben. Lebensrettende Informationen können auf diese Weise schneller eingeholt werden und die Angehörigen werden zeitnah informiert.
IN wird hierzulande dem englischsprachigen ICE (in case of emergency) vorgezogen und geht auf die Initiative des Briten Bob Brotchie zurück. Das System bewährte sich nach den Terroranschlägen in London. Mittlerweile hat es sich in ganz Europa etabliert. Weitere Informationen zum Thema gibt es auch hier bei uns oder im Internet unter www.imnotfall.de.



Haftungsbeschränkung

Hier könnt ihr ein Merkblatt des ADAC herunterladen, das die vertragliche Haftungsbeschränkung  für Kraftfahrzeuginsassen beschreibt sowie eine Beifahrererklärung. Ein wichtiges Dokument, solltet ihr zu zweit unterwegs sein.

Vertragliche Haftungsbeschränkung

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