Motorradfahren mit Herz und Verstand

Tipps & Tricks

Beim Motorradtraining geht es nicht nur darum, verschiedene Handlungsmuster für erforderliche Notmanöver wie Bremsen, Ausweichen oder Bremsen-Lösen-Ausweichen zu erfahren. Vielmehr werden Tipps und Erfahrungen untereinander ausgetauscht, die rund um die Thematik Motorrad hilfreich sein können.

"Wer aufhört besser werden zu wollen, hört auf gut zu sein."

Eine weise Aussage, die sicherlich auf mehrere Bereiche des Lebens, nicht nur auf den des Motorradfahrens zutrifft. Besser Motorrad fahren beinhaltet aber nicht nur das trainieren verschiedener Fahr- und Notmanöver. Es umfaßt vielmehr auch das Wissen um fahrphysikalische Gesetzmäßigkeiten, ein grobes technisches Verständnis und vor allem ein hohes Maß an Sensibilität für sich selber. Denn primär geht es immer um die „obere Hälfte des Motorrads“ (Buchtipp: Prof.Dr. Bernt Spiegel/Vogel Verlag), sprich entscheidend ist immer der Mensch, der die Technik bedient.

Die gesetzliche Berechtigung ein Motorrad zu fahren setzt heute zwar eine wesentlich umfassendere Ausbildung voraus als vor ein paar Jahren, dennoch ist der Führerschein nur als Berechtigung anzusehen, im Realverkehr alleine weiter zu üben. Während der Ausbildungszeit können vom Fahrlehrer nur Grundlagen vermittelt werden, die je nach Identifizierung und Herzblut dessen mehr oder weniger intensiv antrainiert werden.

"Es wird schon nichts passieren"

oder „ich fahre ja langsam“ sind häufige Ausreden vor sich selber. Sie beruhigen aber allemal nur das eigene Gewissen oder kurzfristig besorgte Gemüter wohlwollender Menschen. Denn zum Motorrad fahren gehört sicher mehr als ein gutes „Gottvertrauen“.

Motorrad fahren ist von den physischen und psychischen Anforderungen durchaus einem Hochleistungssport gleichzusetzen. Der Fahrer ist nicht nur der jeweiligen Witterung nahezu schonungslos ausgesetzt, er muß dabei auch mit seinem Verkehrsumfeld permanent kritisch umgehen und den Mensch als Risikofaktor akzeptieren. Er sollte vor allem die eigene Psyche, sein Fahrkönnen und seinen Motorradtyp als Ursache für den jeweiligen Fahrstil erkennen, sich weiterhin der eigenen Einstellung zum Thema Motorrad fahren bewußt werden und sein Wissen und Können, vor allem die eigene Emotionalität realistisch einschätzen. Neben den gesamten Anforderungen, die es zu bewältigen gibt, ist die Sensibilität für den eigenen Körper wichtig, d.h. Kopf und Bauch müssen sich ergänzen. Ein Fahrer, der „per Du“ ist mit seinem Motorrad, hört die „Geschichte“, die das Motorrad erzählt und interpretiert sie richtig. Es wird schon nichts passieren

Um diese Beziehung zwischen Mensch und Maschine geht es primär bei den Motorradtrainings, denn nicht nur nach der Winterpause muß verstärkt daran gearbeitet werden, vielmehr sollte jede Fahrt beziehungsfördernde Trainingsaspekte beinhalten.

Denn je inniger die Beziehung zwischen Mensch und Maschine, desto besser ist die Fahrzeugbeherrschung und damit steigt nicht nur der Fahrspaß, sondern es erweitern sich auch die Kapazitäten für die Verkehrs-, Partner- und Selbstbeobachtung. Damit wird das Motorrad fahren sicherer und somit zum weitgehend kalkulierbaren Risiko.

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